Aktuelles und Berichte
Erfolgreicher Start der
"Qualifizierten Weiterbildung
für Ehrenamtliche in der Suchtkrankenhilfe 2011/2012"
Heppenheim, 12.-14. August 2011
Voller Erwartungen trafen 21 Weggefährten/innen am
Freitagvormittag in der Bildungsstätte Haus am Maiberg in
Heppenheim ein, wo wir vom Organisationsleiter und
Vorstandsmitglied des DV Mainz Rolf Thunich, mit einer
Tasse Kaffee begrüßt wurden.
Ein großer Tagungssaal, Stühle wie in der Gruppenstunde,
Beamer, Flip Chart u.v.m. kündigten ein „arbeitsreiches und
intensives“ Wochenende an.
Nach einigen organisatorischen Informationen zum generellen
Ablauf der insgesamt sechs Staffeln begrüßte Margit Köttig,
stellv. Vorsitzende des DV, alle Teilnehmer offiziell. Ihr
und Hans Gasper gilt ein besonderer Dank für ihr Kommen,
denn die beiden hatten extra wegen der 1. Staffel ihren
Nordsee Urlaub verkürzt.
Ebenso begrüßte uns Frau Ulrike Steffgen im Namen der
Caritas und in Ihrer Funktion als Referentin – Sucht - auf
das herzlichste.
Heike Sohl von der Caritas in Worms und Ralph Eisele,
Caritas Frankfurt wurden vorgestellt, die als äußerst
erfahrene und fachkundige Moderatoren die gesamte
Suchthelferausbildung moderieren und begleiten.
Zunächst ein Novum – nicht jeder stellt sich selbst vor
(die wenigsten kannten sich), sondern der neben mir
sitzende Weggefährte „ interviewte“ mich und umgekehrt und
jeder stellte den anderen vor. Eine sehr interessante
Variante, die sofort zu einer engeren Bindung der gesamten
Teilnehmer führte.

Bild kann durch Anklicken vergrößert werden
„ Warum habe ich mich zu diesem Seminar angemeldet? Was
erwarte ich?? Welche Befürchtungen habe ich??
Viele interessante Facetten der diversen Gründe, warum man
sich für solch eine lange Seminarreihe angemeldet hat
wurden von jedem einzelnen vorgestellt und führten zu regen
und intensiven Diskussionen. Geplant waren diese zwar
nicht, aber die Themen die aus obiger Aufgabenstellung
entstanden waren so interessant dass man gleich die
Professionalität der beiden Moderatoren bemerkte, die den
“Diskussions-Bedarf“ sofort steuerten und vom
ursprünglichen zeitlichen Themenablauf Abstand nahmen.
So war auch das gesamte Seminar geprägt – Wissen,
Erfahrungen, Kenntnisse etc. vermitteln, aber bei Bedarf
(und der war des Öfteren gegeben) sofort auf die
„Bedürfnisse“ der Gruppe einzugehen, was relativ schnell zu
einer homogenen Gruppengemeinschaft geführt hat – und dies
bereits am ersten Tag.
Beim sich anschließenden Abendessen und dem folgenden
Gottesdienst mit Pfarrer Thrin wurden die Erkenntnisse des
ersten Tages vertieft und manche Flasche alkoholfreies,
wurde an diesem Abend noch im so genannten „Weinkeller“
geöffnet.
Eine kurze Meditation vor dem Frühstück stimmte die Gruppe
auf den Samstag ein.
Das Grundsatzreferat „ Welchen Stellenwert hat die
Selbsthilfe im Suchthilfesystem“ und die Vorstellung
des Kreuzbundes im Generellen und die Strukturen und
Aufgaben des DV, wurden von den beiden Vorstandsmitgliedern
Bernd Gerhardt und Rolf Thunich in einer Power Point
Präsentation vorgestellt.
Am frühen Nachmittag referierten, ebenfalls mit Power
Point, Margit Köttig und Hans Gasper zur
„Geschlechterspezifischen Arbeit in der Suchtselbsthilfe“.
GENDER MAINSTREAMING,
Unter diesem Begriff versteht man den Versuch, die
Gleichstellung der Geschlechter auf allen
gesellschaftlichen Ebenen durchzusetzen. Gender bezeichnet
das soziale Geschlecht einer Person im Unterschied zu ihrem
biologischen Geschlecht (Sex).
Mainstreaming – (Hauptströmung, bzw. in den Hauptstrom
bringen) bezeichnet den Versuch, z.B. Randgruppen in die
Mitte der Gesellschaft ( also in den Mainstream ) zu
bringen.
Ein äußerst weitreichendes, spannendes und noch in den „
Kinderschuhen“ steckendes Thema – forciert von Margit und
Hans - führte zu Diskussionen, die bis lange in den Abend
hinein andauerten.
An diesem Abend präsentierte uns Frau Iser, Ehefrau unseres
1. Vorsitzenden
(kam an diesem Abend auch noch zur Gruppe hin zu) die
Stadt Heppenheim auf sehr eindrucksvolle Art und Weise. Mit
dem Wetter hatten wir Glück, denn es regnete wesentlich
weniger als am Tag, aber der KB obligatorische „
Eisdielen-Besuch“ musste ausfallen, da gegen 21.30 Uhr
sämtliche Eissalons geschlossen waren.
Der Sonntag, der ebenfalls mit einer Mediation begann stand
eigentlich unter dem Thema der Rückbetrachtung der ersten
Staffel und dem Ausblick auf die folgenden. GENDER
MAINSTREAMING war aber allen noch so präsent, dass sich
auch an diesem Tag verschiedene Themen zeitlich verschoben.
Eine abschließende Kleingruppenarbeit mit der generellen
Frage:“ Eigene Erfahrungen und Erwartungen in der
Sucht Selbsthilfegruppe“ führte zu interessanten
Aspekten und auch zu ersten Spannungsfeldern in einer
Gruppe, die aber souverän und konstruktiv vom Moderatorenteam gelöst wurden.
Alle Teilnehmer waren sich einig dass sich die erste
Staffel in jeglicher Hinsicht gelohnt hat und alle freuen
sich auf das nächste Treffen im Dezember an gleichem Ort.
Wir haben sehr viel erfahren und gelernt und nicht nur für
die Gruppenarbeit sondern auch viele zwischenmenschliche
Aspekte erfahren und was vielleicht am wichtigsten war:
wir haben uns in der Gruppe hervorragend verstanden,
diskutierten lebhaft mit und hatten eine hervorragende
Harmonie im ersten Blockseminar entwickelt.
Autor:
Jochen Weinert, Bingen
Bild:
John Winter, Bad Nauheim
|