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Aktuelles und Berichte

Qualifizierte Weiterbildung für Ehrenamtliche
 in der Suchtkrankenhilfe
2011/12


Bericht zum 2. Blockseminar

(02. - 04. Dezember 2011)

Mit Vorfreude auf das zweite Seminar kamen alle Teilnehmer ins Haus am Malberg nach Heppenheim, wo wir von Rolf Thunich und den beiden Referenten Heike Sohl und Ralph Eisele mit einem Stehkaffee begrüßt wurden.

Nach einigen organisatorischen Hinweisen stand der erste Themenblock an:

„Die Grundlagen der
Kommunikation“.  Verbale und nonverbale Kommunikation, aktives und reflektierendes Zuhören waren u.a. die Bestandteile des Vortrages. Insbesondere die Besonderheiten der verschiedenen Arten  des Zuhörens zeigten wie wichtig dies in der Gruppenarbeit ist und insbesondere, wenn Menschen erstmals in die Gruppe kommen bzw. den Weg zu uns suchen. Wie auch im ersten Block wurde hier nicht nur referiert sondern Ralph und Heike motivierten uns die Ergebnisse gemeinsam zu erarbeiten und bei diversen Aktionen auch entsprechend umzusetzen.


Am Nachmittag stand das Fachreferat „ Suchtmittel- und Suchtfolgeerkrankungen“ an, welches von Dr. Carlo Schmid, dem „Chef“ des Suchtfachklinik Schloss Falkenhof in Bensheim abgehalten wurde. Mit einer ganz aktuellen PP-Präsentation und rhetorisch „gefeilt“ zeigte uns Dr. Schmid nochmals auf, was die Suchtmittel bewirken und mittel- bis langfristig mit uns „anrichten“ können. Sicherlich war uns das eine oder andere bekannt, jedoch wurde es so lebhaft präsentiert dass wir die ganze Problematik  noch weiter in uns vertiefen konnten. 

Am Abend fand eine ca. zweistündige „historische Laternenführung“ durch Heppenheim statt, mit „Original Nachtwächtern“ und anderen Zeitzeugen Heppenheimer Geschichte. 

Rolf Thunich hatte es schon angekündigt: „Am Sonntag gibt es  Rollenspiele“, was den einen oder  anderen an diesem Abend bzw. in der Nacht etwas beschäftigt hat. Das Ergebnis vorweg genommen: Alle, auch diejenigen  welche zum ersten Mal an Rollenspielen teilnahmen, haben sich mit Bravour „geschlagen“ und die einhellige Meinung war:  KLASSE.

Sicherlich hat auch die Meditation vor dem Frühstück  mit dazu beigetragen, dass die Atmosphäre entspannt war. 

Jeweils zwei Personen führten ca. 5 Minuten lang ein Gespräch, wobei der eine der Hilfesuchende und die andere die Gruppenleiterin war.
Klassische Situation: Dem Chef war aufgefallen das er/sie des Öfteren nach Alkohol riecht und der Chef erteilte unmissverständlich den „Auftrag“  eine Selbsthilfegruppe zu besuchen.
Fühle mich gezwungen / andere trinken mehr als ich / der Chef hat was gegen mich / Selbsthilfegruppen „müllen“ nur zu / ich habe kein Problem mit Alkohol  etc. - Eine Situation, wie sie täglich in der Gruppenarbeit vorkommen kann.

Entsprechende eigene Bewertung des Rollenspiels und des Gesprächspartners,   Feedback der anderen Gruppenmitglieder und Referenten führten zur lehrreichen und erfolgreichen Umsetzung der gestellten Aufgabe.

„Sucht und Co-Abhängigkeit“
– Referat von Benno Rehn – Referent für Rehabilitation des Caritas DV. Mainz-  war ein weiteres Highlight. Auch der Verfasser dieser Zeilen war  überzeugt dass er den Begriff „Co-Abhängigkeit“ detailliert und umfassend, in wenigen Sätzen  formulieren könnte!!!
Benno Rehn benötigte gemeinsam mit uns, über eine Stunde um die vielfältigen Probleme aufzuzeigen, die der Betroffene in seine Familie oder Lebensgemeinschaft mit seiner Sucht einbringt und wie unterschiedlich die Nichtbetroffenen die Problematik aufnehmen / annehmen / verarbeiten oder nicht / resignieren u.v.m.
vielen von uns wurden nochmals deutlich Tatsachen aufgezeigt die zu den unterschiedlichsten Problemen in der Familie oder anderen Gemeinschaften geführt  haben und welche Auswirkungen, die bis heute noch aktuell und vor allem SPÜRBAR sind, die Sucht mit sich brachte.
Das Referat, professionell unter ständiger Einbeziehung von uns allen, hat viele von uns erneut „wach“ gemacht und das Thema war am Abend und auch am darauf folgenden Sonntag, dem ersten Advent, immer präsent.

Der Nikolausmarkt in „Vettel-“ – sorry, Heppenheim; war eine willkommene Abwechslung an diesem Samstag Abend.
Die herrliche Kulisse der Stadt war der einzige Unterschied zu anderen Weihnachtsmärkten: Essen / Glühwein /Essen / Glühwein usw. 

Der erste Advent begann erneut mit einer Meditation und die Rollenspiele wurden an diesem Sonntagvormittag fortgesetzt, da die Bewertungen und Aussprachen  etc. doch mehr Zeit beanspruchten als die Referenten zunächst bedacht hatten. 

Dies zeigte erneut die Professionalität von Heike und Ralph, die die Schwerpunkte entsprechend setzten und auch verschoben wenn Bedarf war, so dass NICHTS zu kurz kam, sondern   das eigentliche Thema für diesen Sonntag auf das dritte Blockseminar  verschoben wurde.

Und  auf dieses Blockseminar freuen wir uns alle schon jetzt,  denn wir sind zu einer tollen Gemeinschaft zusammengewachsen, die in freundschaftlicher, konstruktiver und äußerst harmonischer Art und Weise die Suchthelferausbildung absolviert. 

An dieser Stelle ein erneutes Dankeschön an Heike,  Ralph und Rolf sowie an Dr. Schmid und Benno Rehn. 

Dieses Mal habe ich kein Gruppenfoto ausgesucht sondern Bilder, die einzelne Sequenzen der Staffel aufzeigen. 

Alles Gute für das neue Jahr – Euer Jochen aus Bingen

Autor:   Jochen Weinert
Bilder:  John Winter

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