Aktuelles und Berichte
Jubiläums-Männerseminar auf Kloster Jakobsberg
" Konflikte"
Ockenheim 09.-11. September 2011 -
Zum 25-jährigen Jubiläums- Männerseminar traf sich in
diesem Jahr wieder eine ganz schön aufgeweckte
„Seminarklasse“ mit 28 gestandenen Männern im
Benediktiner-Kloster Jakobsberg zum Thema „Konflikte“.
Clever geleitetet von dem Referententeam Heinz Vallböhmer,
Günter Kirchner und Ralph Eisele, der neu dazu gekommen
ist.

(zum Vergrößern Bild anklicken)
Schon beim großen Hallo
mit Begrüßung bei der Ankunft am Freitag zeigte sich: das
Wiedersehen mit den Weggefährtinnen aus anderen Gruppen ist
ein wichtiger Grund, das Seminar zu besuchen. Es tut
einfach immer wieder gut, die Gemeinsamkeit und Freude zu
spüren, die wir im neuen Leben ohne Suchtmittel gewonnen
haben. Neue Gesichter sind immer willkommen, dies schon im
Vorblick auf 2012.
Hans Gasper übernahm als
Männerbeauftragter des Diözesanverbandes die Eröffnung und
würdigte das Seminar als „besonderes Seminar“ mit dem
25-jährigen Jubiläum, denn 1987 wurde die Tradition des
Männerseminars als spezielles Angebot begründet für die
Zeit damals eine progressive Idee und danach eine Erfolg.
Dem schloss sich der
DV-Vorsitzende Gerhard Iser an, zum meist ausgebuchten
Männertreff in der ersten Septemberwoche sind die
Weggefährten immer mit Vorfreude gekommen, um aufrichtig
miteinander zu sprechen, aber auch um zu lachen. Auf dem
Hintergrund der Erfolgsgeschichte des Seminars bleibt es
unverständlich, wenn neue Impulse für die Männerarbeit in
der aktuellen Verbandsarbeit noch teilweise abgelehnt oder
belächelt werden. Diese „Zigarre“ ließ sich Gerhard nicht
nehmen, es spricht doch viel dafür, das Bewusstsein „für
die kleinen Unterschiede“ der Geschlechter in der
Helfergemeinschaft auch in Männertreffs zu verbessern.
Danach eine erfrischende
Vorstellungsrunde – jeder konnte seine Erwartungen kundtun
und sich sortieren, der Sinn des folgenden ‚Speed-Dating’
erschloss sich für die meisten nicht so recht.

Dafür waren zur
Einstimmung auf das Thema die Video-Szenen des Humoristen
Loriot ein Volltreffer mit dem feinsinnigen Hinweis auf
eines der Übel bei Konflikten im Alltag, das Missverstehen,
das Aneinander-Vorbei-Reden, keiner hat sich so
„feinsinnig“ wie Loriot mit den zwischenmenschlichen
Kommunikationsstörungen beschäftigt und damit den
Alltagsmenschen taktvoll den Spiegel vorgehalten. Uns auch!
Noch mit Schmunzeln konnte dann das deftige Abendessen
angegangen werden. Der Gottesdienst danach mit Pfarrer
Thrin bildete wie immer einen schönen Abschluss des
offiziellen Teils am Freitag.
Es folgten zwei Tage
intensiver Beschäftigung mit dem komplexen Thema in drei
fleißigen Kleingruppen.
Die Tür zur Vertiefung
wurde in bewährter Manier mit einer meditativen Zeitreise
geöffnet – wir sollten uns auf einem „Spaziergang durchs
eigene Leben“ an Konflikte im Leben erinnern, an Lösungen
z.B. in der Familie oder im Beruf, an Personen, die
Vorbilder waren oder eine Distanzierung bewirkten. Die
hochkommenden Bilder können dabei bisweilen richtig
betroffen machen.
In den Gruppen
erleichterten uns die Referenten geschult den Weg im
Labyrinth mit der systematischen Vorstellung verschiedener
Konfliktlösungsstrategien:
1.
die Vermeider
2.
die Durchsetzer
3.
die Nachgiebigen
4.
die Kompromissfähigen
5.
die Konsensfähigen
Einfach toll der Eifer, mit dem lebhaft an der Definition
der verschiedenen Spielarten im Konfliktverhalten
gebastelt wurde, jede Strategie enthält Vorteile und
Risiken. Spannend die eigene Einordnung, die mit
beeindruckender Offenheit vorgenommen wurde. Wir sind nicht
immer die unschlagbaren, erfolgreichen Konfliktlöser,
sondern reagieren manchmal wenig hilfreich, z.B. mit Flucht
oder Angriff. Teilweise bevorzugen wir ganz ähnlich –
oftmals ins Unbe-wusste hineingehend – eine der Strategien,
greifen aber auch auf andere Muster zurück. Anregung
konnte mitgenommen werden, immer auch Neues auszuprobieren.
„Die Kunst besteht darin mit den verschiedenen Strategien
flexibel umzugehen.“

Ein weiterer Anstoß: Der
konstruktive Umgang mit Konflikten hat elementar mit
Wertschätzung zu tun, die Achtung für den Anderen, für das
Thema, für mich selbst. Dies zu beherzigen ist in der
Praxis oft ganz schön schwer.
Nachdem noch einmal
Gelegenheit war, sehr persönlich über den eigenen Zuschnitt
und die eigenen Wegemarken zu berichten, war wohl am
Sonntagnachmittag allen bewusster geworden, warum wir heute
- zu unserer Persönlichkeit passend - in
Konfliktsituationen so „typisch“ handeln, und was dazu
beigetragen hat. Vieles hat uns schon früh geprägt,
gleichzeitig bleiben uns Spielräume.
Einen großen Konflikt
haben wir auf der „Nebenstraße“ im Leben – unserer
Suchtgeschichte - nachhaltig gelöst mit der Entscheidung
zur Abstinenz mit Folgen, erst danach keine
„Augenkrankheit“ mehr in der Selbsteinschätzung, nicht mehr
die ständigen Fehlentscheidungen. Was sind wir froh, eine
ständige Schieflage auch im Konfliktszenario überwunden zu
haben, wir sind nicht mehr so, wie wir mal waren – und
können das genießen.
Viel zu schnell sind die
gemeinsamen Tage vergangen. Das Seminar ein Erfolg: „Gut,
hervorragend, fast bombastisch“ lautete ein trockener
Kommentar in der Schlussrunde. Zum Gelingen hat auch das
schöne Ambiente der Bildungsstätte Kloster Jakobsberg mit
der schönen Umgebung beigetragen. Für unser leibliches Wohl
war sehr gut gesorgt.
Unserem Organisator,
Wolfgang Kniedel, dem Moderatoren-Team, und allen, die mit
zum Gelingen beigetragen haben ein herzliches Dankeschön.
Das gemeinsam festgelegte
Thema fürs nächste Jahr „Männerbilder heute“ – darunter
auch Männerfreundschaften – verspricht wieder regen
Austausch. Vollausbuchung des Wochenendes ist fest in der
Planung.
Bis nächstes Jahr!
Dieter Hess
KB Mannheim
Fotos: Jürgen Weinand, Paul Reil, Dieter Hess, 2011
Eindrücke/Fotos:



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