Aktuelles und Berichte
FRAUEN TICKEN ANDERS – MÄNNER AUCH!
„Geschlechterspezifische Arbeit“ im Kreuzbund DV Mainz
Ein Themenabend in
Mainz
Am 29.11.2011 hielten Hans Gasper (Männerbeauftragter im
Kreuzbund DV Mainz) und Margit Köttig (stellvertretender
Vorstand im Kreuzbund DV Mainz) einen Vortrag zum Thema
„Gender-Mainstream“ im Delbrel-Haus der Caritas in
Mainz für interessierte Mitglieder der Selbsthilfegruppen
des Kreuzbundes der Region Mainz.

Wer nicht sozialwissenschaftlich vorgebildet war, konnte
sich unter dem Titel der Veranstaltung wenig vorstellen.
Deshalb begann Hans Gasper seinen Vortrag einleitend mit
einer Begriffsklärung.
Der Begriff Gender beziehe sich auf das, was er als
soziales Geschlecht bezeichnete. Männer und Frauen
unterscheiden sich demnach nicht nur durch ihre Biologie,
sondern durch ihre geschlechtsspezifischen Prägungen, die
das Ergebnis ihrer Sozialisation darstellen. In den
Erörterungen durfte der Name der französischen Pionierin
des Feminismus, Simone de Beauvoir, natürlich nicht fehlen.
Der Begriff des Mainstreams bedeutet im Englischen
Hauptrichtung. Ziel des Gender-Mainstreams im Kreuzbund ist
es, alle betroffenen Suchtmittelabhängigen unabhängig von
ihrem Geschlecht und ihrer sexuellen Orientierung in den
Kreuzbund gleichberechtigt zu integrieren.
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Lange Zeit standen bei der geschlechterspezifischen Arbeit
die Frauen im Mittelpunkt des Interesses. In neuerer Zeit
wird verstärkt auch die Männerarbeit gefördert. Im Rahmen
des Vortrags wurde sodann die geschlechterspezifische
Arbeit im Kreuzbund vorgestellt. Durch die gezeigten Fotos,
auf denen sich der eine oder die andere wieder erkannte,
konnte ein lebendiges Bild von Männer- und Frauenseminaren
gezeichnet werden. Auch wurde auf die Frage eingegangen,
wodurch sich die Suchtgeschichten von Männern und Frauen
unterscheiden. Dies ist ein interessanter Punkt, der sich
durchaus vertiefen ließe.

Ebenfalls interessant auch die kleine Diskussion zur
geschlechtsspezifischen Co-Abhängigkeit von Angehörigen von
Suchtkranken. Dass Frauen Suchtkranke länger als Männer
unterstützen ist ein Phänomen, das wahrscheinlich der
Vergangenheit angehört.
Abgeschlossen wurde der Vortrag mit dem Thema
Männergesundheit. Darauf, dass es mit dieser häufig nicht
gut bestellt ist, weil sie aus verschiedenen Gründen
insgesamt ungesünder leben und seltener den Arzt
konsultieren, wurden die Herren der Schöpfung aufmerksam
gemacht.
Der interessante und kurzweilige Vortrag endete mit dem
Applaus des Publikums.
Bericht: Torsten Schäfer, KB Mainz 1
Fotos: Gaby Hub, KB Mainz 1
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