Aktuelles und Berichte
Sucht und Familie
„Wie geht es eigentlich den Kindern,
wenn ihre Familien suchtbelastet sind“
4.
Frauenfrühstück in Dieburg.
Am
Samstag den 12.02. 2011 fanden sich fast 30 Frauen ein, um
über dieses Thema zu hören und Erfahrungen dazu aus zu
tauschen.

Ein
leckeres, reichhaltiges Frühstück, zu dem auch etliche der
Gäste ihren Teil in Form von selbstgemachten Schmankerln
beitrugen, diente dazu sich erst einmal zwanglos kennen zu
lernen.
Rosi
Patzer begrüßte die Teilnehmerinnen sehr herzlich und war
sichtlich berührt von der großen Zahl der anwesenden
Frauen, die natürlich aus dem Raum Dieburg, aber auch aus
Mümlingtal, Reinheim, Krotzenburg, Offenbach, Heppenheim
und Gr. Gerau gekommen waren. Auch die Frauenbeauftragten
des DV- Mainz, Margit Köttig und Maria Klün waren anwesend,
ebenso wie Vorsitzende der AG Dieburg/ Erbach, Ingrid
Trippel.
Um das
Thema gut zu erörtern wechselten wir den Raum und bildeten
einen Stuhlkreis. Hier berichteten dann zwei junge Frauen
aus dem Frauengesprächskreis Heppenheim von ihren
Erfahrungen aus ihrer Kindheit und wie sie die
Suchterkrankung in der Familie erlebt haben. Es war schon
sehr bedrückend zu hören, wie sich das Verhalten der
Eltern, die Abhängigkeit des einen und Co- Abhängigkeit des
anderen Elternteils für ein Kind darstellte.
Die weit verbreitet Ansicht, dass Kinder es nicht mit
bekämen, wenn ein Elternteil trinkt oder zu anderen
Suchtmitteln greift, wurde eindeutig wiederlegt.



Es ist gar nicht so einfach, so viele Frauen
auf "ein" Bild zu bringen!
Die
Kinder müssen bereits sehr früh Verantwortungen übernehmen
und sie fühlen sich oft von den Erwachsenen im Stich
gelassen. Es besteht ein großes Schamgefühl den Freunden
oder Freundinnen gegenüber, die man ja nicht zu sich nach
Hause einladen kann. Erst im Erwachsennalter, als die
ersten eigenen Probleme auftraten, erkannten die Frauen, wo
die Verhaltensmuster ihren Ursprung hatten. Oftmals
entwickelt sich eine eigene Suchtkarriere oder es gibt
andere Verhaltensmuster. Z.B. die zwanghafte Kontrolle
immer über den Aufenthaltsort des Partners oder der Kinder
informiert zu sein.
Mangel
an Selbstwertgefühl, nicht für die eigenen Bedürfnisse
eintreten zu können oder überhaupt zu erkennen, dass ja
auch eigene Bedürfnisse bestehen, sind weitere
Auffälligkeiten.
In der
anschließenden lebhaften Diskussion zeigte es sich, wie
wichtig es für den Suchtkranken ist, die Familie mit in die
Therapie einzubeziehen. Nur wenn offen über die Erkrankung
und der daraus entstandenen Verletzungen gesprochen wird,
kann ein neues Vertrauensverhältnis aufgebaut werden. Und
man lernt dabei, mit seinen eigenen Problemen souveräner
umzugehen und ein besseres Verständnis für sich selbst zu
entwickeln.
Obwohl
es ein schwieriges und emotionales Thema war, wurden keine
Vorwürfe oder Schuldzuweisungen ausgesprochen. Alle
Anwesenden waren sich darüber einig, dass der
Suchtmittelmissbrauch eine Erkrankung ist, die einer
besonderen Behandlung bedarf.
Nach
einem kurzen geistlichen Impuls und einem weitergegebenen
Händedruck als Energiestoß war der offizielle Teil beendet.
Rosi
Patzer bedankte sich bei den Gästen aus Heppenheim für ihre
Offenheit und ihre Bereitschaft aus dem eigenen Leben zu
berichten mit einem kleinen Geschenk und wir konnten den
Tag bei Kaffee und Kuchen ausklingen lassen.
Wir
bedanken uns bei der regionalen Frauenbeauftragten
Roselinde Patzer für die hervorragende Organisation und
bei allen anwesenden Frauen die zu einem gelungenen Treffen
beigetragen haben.
Silvia
Altmannsberger
Regionale Frauenbeauftragte, Offenbach
Weitere Bilder vom Tag:





Auf Wiedersehen, bis zum nächsten
Treffen!
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