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5. Frauenfrühstück in Dieburg am 25. Juni 2011

Schon die freundlich gestaltete Einladung zum mittlerweile 5. Dieburger Frauenfrühstück machte Lust, nach Dieburg ins Haus der Caritas zu kommen zu einem entspannten Treffen mit anderen Frauen aus der DV Mainz, und zu einem Spaziergang mit Information durch den Dieburger Schlossgarten.

Dieburg … wo genau ist nochmals Dieburg … ? Dank „Internet-Routenplaner“ „alles kein Problem…“. Naja … trotzdem verspäten sich die anreisenden Mainzer Mädels um eine großzügige akademische Viertelstunde nach einer unfreiwillig eingebauten Stadtrundfahrt.

 

Mit einem herzlichen Hallo werden die Mainzerinnen, die das erste Mal an einem Frauenfrühstück teilnehmen, durch die anwesenden und bereits frühstückenden Frauen begrüßt.

Was für ein schöner „Frühstücks-Raum“ ( in dem normalerweise auch die Dieburger Kreuzbund-Infogruppe und die offene Gruppe stattfinden). Und natürlich besonders die durch die Dieburger Frauen um Rosi Patzer, die neue Frauenbeauftragte im DV Mainz, liebevoll gestaltete Tischdekoration und das vielseitige kleine Frühstücksbuffet mit den „echten“ Brötchen frisch vom Bäcker um die Ecke, und - ach ja, liebe Rosi, von welchem Metzger waren nochmals die superleckeren kleinen geräucherten Paprikawürstchen???

Nachdem wir alle rundum satt sind unterbricht Rosi Patzer die munter geführten Tischgespräche, um die offizielle Begrüßung der Anwesenden nachzuholen. Insbesondere freue sie sich über den Besuch von Margit Köttig, der neuen stellvertretenden Vorsitzenden des DV Mainz.

 

Und dass auch etliche Frauen als Angehörige Betroffener der Einladung gefolgt sind, freue sie besonders. Dies zeige, dass die Einbindung von Familienmitgliedern in die Gruppenarbeit mehr als nur die Begleitung der betroffenen Partner sein kann.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Beteiligten ist dann auch schon Zeit zum Aufbruch zum zweiten Teil des Vormittags, nämlich der Besichtigung des Dieburger Schlossgartens.

Der historische Dieburger Schlossgarten 

Am Westeingang treffen wir uns mit Herrn Wolfgang Hönche. Aus der Liebe zu seiner Heimatstadt hat Herr Hönche ein Hobby gemacht, und zeigt die Kleinode der Stadt zur eigenen und der Besucher Freude in privaten und kostenlosen Führungen.
Bevor wir überhaupt einen Blick in den Schlossgarten werfen dürfen, erzählt uns Herr Hönche die Geschichte des Schlossgartens, in dem es gar kein Schloss mehr gibt. Dieses Ende des 17. Jahrhunderts erbaute Schloss wurde nach etwa 100 Jahren Familienbesitz zweimal verkauft, danach wurde es offen gelassen (d.h. es wurde zur Demontage und zur Weiterverwendung des Abrissguts als Baumaterial freigegeben). 

Unser Hobby-Schlossgartenführer überschüttet uns mit Informationen über ehemalige Besitzer von Schloss und Park, beginnend im Jahr 1687. Viele Jahreszahlen und viele Fakten folgen. So wie die Besitzer des Schlosses und der Gartenanlage wechselten, so wechselten bzw. ergänzten sich im Laufe der Jahrhunderte die „Bau“-Stile des Parks, angefangen bei der „Französischen Partie“, über die „Holländischen Partie“, den „Englischen Landschaftsgarten“, den „Anglo-Chinesischen Garten“ bis hin zu einem „Nutzgarten mit Ananashaus“.

Anfang des 18. Jahrhunderts hatte der Park eine Größe von über 400 Morgen (ca. 100 ha). 1863 kaufte die Stadt Dieburg das Gelände und verkaufte im Laufe der Jahre große Teile bzw. nutzte es als Baugebiet weiter. Erst seit 1984 ist das übrig gebliebene Parkgelände als Landschaftsdenkmal ausgewiesen und wird regelmäßig gepflegt, neu bepflanzt und saniert.

Der Rundgang:
Zuerst geht’s vorbei an einer großen Rasenfläche, die als Festplatz genutzt wird, auf der u.a. jedes Jahr im Juli das über die Stadtgrenzen hinaus bekannte und beliebte Schlossgartenfest stattfindet. Hier treffen wir auf eine Hochzeitsgesellschaft und erfahren von Herrn Hönche, dass der Park sehr beliebt ist als Motiv für die Hochzeitsfotos.
An einer Weggabelung sehen wir neben knorrigen und imposanten alten Bäumen die in 1997 neu angelegte Lindenallee.


Der nächste größere Stopp ist bei einer alten Holzbrücke, dahinter die ehemalige Mühle mit Mühlrad. – Kaum vorstellbar, dass auf dem dahinter liegenden Gelände, mittlerweile mit „ganz normalen Häusern und Straßen bebaut“, einmal das imposante Schloss mitten in großen Gartenanlagen gestanden haben soll.
zt bedarf es großer Vorstellungskraft: Mit dem „Schloss“ im Rücken schauen wir in Richtung Norden auf die Parkpartie, die seinerzeit vom damaligen Besitzer in Anlehnung an den Park des Versailler Schlosses im französischen Stil angelegt wurde. Teile der seitlich angelegten Baumalleen sind noch zu sehen, und – ganz weit weg  – steht noch der Obelisk, der damals das Ende des Schlossgartens markierte.
Und weiter geht unser Rundweg, vorbei an dem neu sanierten Trapezteich mit Springbrunnen, die Rasenflächen drum herum mit wunderschönem Wildblumenrasen begrünt.        

Wieder ein Stück alte Baumallee, dazwischen Blumenrabatten, eine alte baufällige Brücke über das Bächlein, dazu weitere Fakten und Anekdoten unseres Begleiters, und dann sind wir auch schon wieder am Ausgangsort angelangt.
Und so verabschieden wir uns hier mit einem ganz herzlichen Dankeschön für den interessanten Rundgang von unserem freundlichen „Schlossgarten-Informanten“.

So viele Eindrücke, so viel Historie in knapp zwei Stunden. Wir sind ganz erschlagen von dem, was wir über den Schlossgarten und seine Geschichte erfahren haben. Deshalb nehmen wir Rosi’s Einladung, im Caritas Haus vor dem Heimweg noch eine Tasse Kaffee zu trinken, etwas auszuruhen und die Eindrücke sich setzen lassen, gerne an.

Nachdem der Kaffee leer ist und noch ein paar Häppchen vom Frühstücksbuffet geplündert wurden, wird gemeinsam aufgeräumt und der Heimweg angetreten.

Vielen Dank, liebe Rosi Patzer, für die Organisation dieses Frauenfrühstücks. Gerne kommen wir wieder nach Dieburg – vielleicht gibt’s dann auch wieder die leckeren Paprikawürstchen und evtl. eine weitere Führung durch das sehenswerte Städtchen?

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Text und Fotos: Gaby Hub, KB Mainz 1

 

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